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Ladeinfrastruktur in Deutschland: Studie

Studie

A schematic image of a landscape with different elements of sustainable energy

Ladeinfrastruktur in Deutschland: Vorbereitung auf die E-Mobilitäts-Revolution

Die Elektrifizierung des Verkehrssektors ist entscheidend für das Erreichen der Klimaziele, wobei Elektrofahrzeuge (E-Pkw) eine Schlüsselrolle spielen. Deutschland strebt bis 2045 Klimaneutralität an, was eine deutliche Reduzierung der Treibhausgasemissionen im Verkehrssektor bis 2030 erfordert. Um die wachsende Anzahl von E-Pkw zu unterstützen, ist eine umfassende und benutzerfreundliche Ladeinfrastruktur unerlässlich. Diese Infrastruktur muss proaktiv entwickelt werden, um die Zuverlässigkeit für Fahrer zu gewährleisten, die auf Elektromobilität umsteigen.

Kernergebnisse der "Studie Ladeinfrastruktur 2025/2030":

Eine aktuelle Studie liefert wichtige Einblicke in die Zukunft der Ladeinfrastruktur in Deutschland. Die Studie unterstreicht die Notwendigkeit eines gut geplanten Ausbaus der Ladeeinrichtungen, um den steigenden Bedarf zu decken.

  1. Anzahl der Ladepunkte: Die Studie schätzt, dass Deutschland bis 2030 zwischen 380.000 und 680.000 öffentlich zugängliche Ladepunkte benötigen wird. Diese Zahl hängt von verschiedenen Szenarien ab, darunter die Verfügbarkeit nicht-öffentlicher Ladeinfrastruktur und der Ausbau der Hochleistungs-Ladeinfrastruktur (HPC).

  2. Installierte Ladeleistung: Die erforderliche installierte Ladeleistung für diese Ladepunkte wird bis 2030, je nach Szenario, zwischen 23,3 GW und 32,4 GW prognostiziert.

  3. Energieverbrauch: Die Gesamtmenge an elektrischer Energie, die von E-Pkw verbraucht wird, wird voraussichtlich 37,8 TWh erreichen, wobei die öffentlich zugängliche Ladeinfrastruktur je nach Szenario 36 bis 50 Prozent dieser Energie bereitstellt.

  4. Faktoren, die den Bedarf an Ladeinfrastruktur beeinflussen:Mehrere Faktoren beeinflussen den Bedarf an öffentlich zugänglicher Ladeinfrastruktur erheblich:

  5. Verfügbarkeit von nicht-öffentlicher Ladeinfrastruktur: Das Vorhandensein von Lademöglichkeiten zu Hause und am Arbeitsplatz beeinflusst den Bedarf an öffentlichen Ladepunkten stark. Eine höhere Verfügbarkeit von nicht-öffentlicher Ladeinfrastruktur reduziert den Bedarf an öffentlichem Laden.

  6. HPC-Infrastruktur: Der Ausbau der HPC-Infrastruktur kann den Gesamtbedarf an öffentlich zugänglichen Ladepunkten im Vergleich zu einem Referenzszenario um etwa 26 Prozent senken.

  7. Energieverbrauch von E-Pkw: Die Reduzierung des durchschnittlichen Energieverbrauchs von E-Pkw um 20 Prozent kann die erforderliche Anzahl öffentlicher Ladepunkte um etwa 15 Prozent senken.

  8. Die Rolle der Normalladeinfrastruktur: Die Normalladeinfrastruktur, insbesondere in städtischen Gebieten, bleibt von entscheidender Bedeutung. Eine Erhöhung der Ladeleistung in diesem Anwendungsfall verändert den Bedarf an Ladepunkten nicht wesentlich und unterstreicht ihre Bedeutung für diejenigen, die keinen Zugang zu privatem Laden haben.

  9. Szenarien und Sensitivitäten:Die Studie verwendet ein Referenzszenario und vier zusätzliche Szenarien, um verschiedenen Entwicklungen Rechnung zu tragen: Diese Szenarien berücksichtigen unterschiedliche Verfügbarkeitsgrade nicht-öffentlicher Ladeinfrastruktur, eine verstärkte Digitalisierung und einen stärkeren Fokus auf die HPC-Infrastruktur. Sensitivitätsanalysen bewerten darüber hinaus spezifische Einflüsse auf die Dimensionen der Ladeinfrastruktur.

  10. Auswirkungen der AFIR:Die Ergebnisse der Studie übertreffen die von der europäischen Verordnung AFIR festgelegten Mindestziele, die Mindestwerte für die Ladeleistung pro Fahrzeug vorschreibt. Die Studie schätzt einen Bedarf zwischen 1,5 und 2,0 kW installierter Ladeleistung pro BEV und 0,8 und 1,6 kW pro PHEV bis 2030, was die AFIR-Anforderungen übertrifft.

Der weitere Weg:

Um den wachsenden Bedarf an E-Mobilität zu decken, muss sich Deutschland auf Folgendes konzentrieren:

  • Strategischer Ausbau: Ausbau der Normal- und Schnellladeinfrastruktur, wobei der Fokus auf den Nutzerbedürfnissen und regionalen Unterschieden liegt.

  • Netzausbau: Ausbau und Modernisierung des Stromnetzes, um die erhöhte Ladeleistung zu unterstützen, insbesondere an HPC-Standorten.

  • Innovative Lösungen: Implementierung digitaler Lösungen zur Optimierung der Auslastung der Ladeinfrastruktur und zur Vermeidung von Spitzenlasten.

  • Förderung des nicht-öffentlichen Ladens: Förderung der Entwicklung von Ladeinfrastruktur zu Hause und am Arbeitsplatz.